20.Dec.2017

Über Mich

Mein Name:
Marvin Kiene

Mein Traum:
Arbeiten und forschen als Biologe und den Menschen diese Welt und die Notwendigkeit ihres Schutzes und ihres Erhalts näherbringen. Schwerpunkt - Haie.


Zu meinem Leben:
Im Jahre 1988, also etwa 1 ½ Jahre nach meinem Bruder, wurde ich als Sohn einer Krankenschwester und eines Zahntechnikers in Nordenham geboren, keine 5 Minuten vom nächsten Deich und einem Überseehafen entfernt.
Hier im Butjadinger Land besuchte ich den Kindergarten und absolvierte das erste Jahr der Grundschule.

1995 war ein einschneidendes Jahr. Mein Vater brachte seinen Bruder nach Abschluss dessen Studiums von Berlin nach Radolfzell am Bodensee und war so begeistert von den landschaftlichen Reizen des Sees und der Umgebung, dass er innerhalb kürzester Zeit einen guten Job und eine Wohnung in einem kleinen Dorf in der Nähe von Singen fand und bereits drei Monate später dorthin zog. Meine Mutter und wir Kinder blieben noch bis zum Ende des Schuljahres im Norden und genossen nach unserem Umzug im Sommer dann satte 12 Wochen Schulferien. Eine Zeit in der wir mit dem Auto die Gegend und viele Sehenswürdigkeiten erkunden konnten.
Im Dorf beendete ich dann die Grundschule und wechselte auf die Zeppelin-Realschule in Singen. Die Busverbindungen zur Stadt sind seit jeher bescheiden. Die Busse vollgestopft mit Schülern und die Fahrtzeiten unerträglich lang. So fuhr ich im Sommer, wie im Winter meist mit dem Fahrrad, nicht selten begleitet von einigen gleichgesinnten Freunden.

Mein Vater begann inzwischen während eines 2 wöchigen Familienurlaubs auf einem Tauchschiff im Mittelmeer seine intensive Taucherkarriere, für die er auch uns Kinder begeisterte. So begann ich alsbald, mit ihm im kalten Bodensee zu tauchen. Ein sehr anspruchsvolles Tauchgebiet, das mich mit seiner beinahe mystischen Atmosphäre schnell in seinen Bann zog.
Die Filme und Abenteuer des Forschers Jaques Yves Cousteau haben mich so begeistert und beeindruckt, dass er für mich zu einer Art Vorbild wurde. Mit seinem Cello (ich selbst spiele seit dem vierten Lebensjahr), einem Forschungsschiff mit einer rauen aber herzlichen Mannschaft und jede Menge Tauchabenteuer…. All das inspirierte mich, bereits mit sieben Jahren, zu meinem Lebenstraum, Meeresbiologe zu werden.

2004 absolvierte ich erfolgreich die mittlere Reife und wechselte auf die HGS, ein technisches Gymnasium mit der Fachrichtung Informationstechnik in Singen. Das mag angesichts meines Berufsziels etwas ungewöhnlich erscheinen. Aber heutzutage kommt man ohne profunde Kenntnisse im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung in kaum einer Berufssparte aus, auch nicht im Bereich der Naturforschung. Zudem interessierte ich mich auch für die Funktionsweise von Computersystemen.
Nach erfolgreichem Abschluss meines Abiturs im Jahre 2007 und einer zweimonatigen Erholungspause vom Abi-Stress begann mein Einstieg ins Berufsleben.
Ein Aushilfsjob in Singens großem und namhaften Fotogeschäft - Foto Wöhrstein - war eine der prägendsten Erfahrungen in meiner Persönlichkeitsentwicklung und nach einem Jahr erfolgreicher Zusammenarbeit schlug mir mein Chef und Mentor Herr Wöhrstein vor, hier eine richtige Lehre zu machen. So folgte ich seinem Rat und durch meine sehr gute und intensive Ausbildung, der erwachten und geförderten Freude an kreativer Fotografie, mein Interesse an den verschieden, technischen Details und dem wirklich guten und hilfreichen Team, schaffte ich die Ausbildung mit Auszeichnung als bester der Klasse in nur knapp eineinhalb Jahren.
Im folgenden Jahr durfte ich noch weitere wertvolle Erfahrungen sammeln und diese Zeit der Lehre und des Arbeitens brachte mir viele wichtige Erkenntnisse ein, die mir halfen, das Studium viel ernster zu nehmen und zu einer hohen Motivation und meinem zielorientierten Fleiß beitrugen. Zudem konnte ich so einiges Geld ansparen, um die Kosten des Studiums mit aufzufangen um finanziell nicht vollkommen abhängig zu sein. Mein technisches Verständnis allgemein und speziell im fotografischen Bereich konnte ich weiter ausbauen und ich entdeckte meine Liebe zur Naturfotografie, was als Biologe und Naturforscher ja durchaus nützlich und wichtig sein kann.


Jetzt war die Zeit gekommen, weiter an meinem Lebenstraum zu arbeiten und ich immatrikulierte an der Universität Konstanz zum Bachelorstudium der Biologie. Doch die Fotografie ist mir weiterhin als mich begeisterndes Hobby geblieben.
Noch im ersten Semester an der Uni lernte ich eine neue Leidenschaft meines Lebens kennen, meine Liebste – Carola mit der ich seither Traum und Leben teile.
Drei Jahre später (also Ende 2014) untersuchte ich als Abschlussarbeit meines Bachelorstudiums Höhlenschnecken der Gattung Bythiospeum genauer auf morphometrische Eigenschaften (Größenverhältnisse), um deren Verbreitung und Variabilität besser darstellen zu können. Es ist bisher noch nicht viel über diese Schnecken bekannt und es ist umstritten, wie viele Arten es tatsächlich gibt. Meine bisherigen Erfahrungen mit informatischen Methoden haben mir hierbei sehr geholfen. So erhielt ich für meine Arbeit die Bestnote. Die Ergebnisse werden höchst wahrscheinlich noch in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Naturkundemuseum Stuttgart veröffentlicht, weshalb ich hier nicht näher darauf eingehen werde. Bei Fragen zu diesem Thema stehe ich aber jeder Zeit gerne zur Verfügung.

Nach dem Abschluss, überbrückte ich ein halbes Jahr wieder einmal bei Foto Wöhrstein, um anschließend mit dem Masterstudium fort zu fahren.
Während dem Master-Studium belegte ich einen Kurs der organismischen Biologie bei dem wir Fledermäuse mit Sendern ausstatteten, welche die Herzrate oder den Luftdruck gemessen haben. Dabei waren wir die erste Arbeitsgruppe die mit Hilfe der Herzrate den Energieverbrauch der Fledermäuse im Flug bestimmt haben. Da es jedoch experimentelle Sender waren, reichten die Daten leider nicht aus um daraus eine Publikation zu machen. Aber dennoch haben wir wertvolle Erkenntnisse gewonnen wie man ein größeres Projekt durchführen könnte. Außerdem habe ich einen limnologischen Kurs belegt, bei dem es um einen kleinen Eutrophen See ging. Wir haben in kleinen Gruppen unterschiedliche Aspekte untersucht. Ich habe dabei untersucht wie Methan von Organismen als Energiequelle genutzt wird und wie sich diese Energie in der Nahrungskette nachverfolgen lässt. Als drittes habe ich einen bioinformatischen Kurs belegt. Dabei habe ich versucht mein eigenes kleines Projekt zu realisieren mit dem Schneckengehäuse der Gattung Bythiospeum automatisch erkannt werden und dem Benutzer die genaue Spezies genannt wird. Dies klingt vielleicht trivial, jedoch ist es ohne statistische und digitale Methoden nicht möglich die einzelnen Spezies auseinander zu halten. Der Stand des Programms ist vielversprechend, jedoch fehlen mir dazu noch einige Details spezieller Statistik und um eine besser Benutzerfreundlichkeit zu realisieren Bildverarbeitungs- und Machinelearning-Methoden. Ich werde dennoch versuchen dieses Projekt weiter zu verfolgen. Außerdem habe ich kleinere Praktika absolviert. Ich war je einen Monat beim SCAI des Fraunhofer Instituts in Sankt-Augustin (Bonn) und beim Nabu Mettnau-Wollmatinger Ried. Gegen Ende und als kleines Intermezzo während meiner Masterarbeit habe ich noch ein ca. 3 wöchiges Praktikum mit Erich Ritter von Sharkschool auf den Bahamas absolviert. Dort haben wir Verhaltensforschung an Großhaien gemacht und ich konnte mit den Haien auf Tuchfühlung gehen. Ein atemberaubendes Erlebnis!

Meine Masterarbeit habe ich über omega-3 und -6 Fettsäuren geschrieben und wie sie das Wachstum und die Reproduktion von Daphnien (Wasserflöhen) beeinflussen. Es stellte sich herraus, dass diese Ressourcen interagieren und ich konnte komplementäre, wie substituierbare Effekte nachweisen.
Direkt nach Abschluss meines Masterstudiums (2017) bin ich mit meiner (inzwischen) verlobten nach Bayreuth gezogen, da sie dort bereits eine Doktorstelle erhalten hat. Nun haben wir Standesamtlich geheiratet, und im nächsten Jahr vorraussichtlich auch kirchlich mit einer großen Feier. Ich suche hier nun ebenfalls nach einer Doktorstelle und werde vermutlich ein eigenes Projekt anstreben...


Mein Traum war es immer, das Studium als Meeresbiologe abzuschließen und durch meine künftigen Forschungen und Expeditionen den Menschen diese Bereiche der Natur nahezubringen und Verständnis und Liebe dafür zu wecken. Denn nur was der Mensch versteht und liebt, wird er auch beschützen und erhalten.

Besonders haben es mir die Haie angetan. Hier herrscht immer noch eine große Unkenntnis und Angst. Weltweit werden Jährlich bis zu 200 Millionen Haie durch den Menschen getötet. Dagegen stehen im Durchschnitt pro Jahr 6 – 10 Tote durch Unfälle mit Haien, welche in aller Regel selbstverschuldet oder gar provoziert werden. Er steht am Ende einer sehr langen Nahrungskette und ist eines der wichtigsten Glieder derselben. Stirbt der Hai, wird unser gesamtes, weltweites Ökosystem nachhaltig gestört. Darin sind sich die meisten der glücklicherweise immer zahlreicheren Forscher auf diesem Gebiet einig.
Ich möchte dazu beitragen, dass der Hai und die Meere den nachfolgenden Generationen erhalten bleiben.

Jedoch ist der Job eines Hai-Forschers stark mit langen Forschungsreisen verbunden, was mit einer Familie nur schwer vereinbar ist. Darum strebe ich nach einer alternativen Erfüllung meines Traumes. Ich möchte gerne eine Forschungseinrichtung für ganze Ökosysteme erschaffen. Dort sollen Zusammenhänge von einzelnen Aspekten in großen Makrokosmen erforscht werden und das immer noch sehr oberflächliche Verständnis von Ökosystemen vertieft werden. Es soll außerdem die Möglichkeit bieten auch der Öffentlichkeit wissenschaftliche Forschung und die damit verbundenen Aufwände näher bringen. Zudem können hier auch invasionsbiologische Fragen untersucht werden (eingeführte Tiere und Pflanzen die den natürlichen Lebensraum stören) und Zucht- und Erhaltungsprogramme für Organismen durchgeführt werden, welche an ihrem Naturstandort nur noch geringe bis gar keine Überlebenschance mehr haben.

Wenn ihr mehr über mich und meine Hobbys erfahren möchtet oder meine Gallerien mit Naturfotografien anschauen möchtet, klickt hier.